Rückschau:
Das Erbe von Wilhelm Krieger

Wilhelm Krieger

Wilhelm Krieger (1877 Norderney - 1945 Herrsching)
Als Kind war Wilhelm Krieger den Tieren seiner Heimat, denen er auf seinen täglichen Wegen begegnete, eng verbunden. In wieweit eine Verbundenheit zu seinem Geburtsort bestand, das können wir heute aus den Unterlagen des Nachlasses nicht mehr ersehen. Dem Wasser jedoch blieb er treu verbunden, sein Grundstück in Herrsching lag in naher Entfernung zum Ammersee; und erstaunlicher weise lebten die Einwohner des damals kleinen Dorfes Herrsching zu dieser Zeit genauso wie die Bewohner der Ferieninsel Norderney, vom Fremdenverkehr und von der Fischerei.

Mandarinente

Der Bezug zwischen Krieger und München ergibt sich über den bewusst gewählten Zuzug nach Bayern, dem kurzfristigen Besuch der Kgl. Kunstgewerbeschule (1896/97), die Firmengründung Zierhut & Krieger (1903) in München und seiner Mitgliedschaft in der Münchner Sezession. Die Verleihung des Professorentitels, ehrenhalber, durch das Bayerische Staatsministerium für Unterricht und Kultus erfolgte 1927. Im Jahr 1912 heiratete Krieger die Keramikerin Emilie Butters, aus der Ehe gingen 5 Kinder hervor.

Mauusebussard

Wilhelm Krieger selbst hat ein großartiges Werk hinterlassen, wir können es auf etwa 200 Tierfiguren, Grabentwürfe und Bildnisse beziffern. Notizen oder größere schriftliche Erklärungen zum eigenen Tun und künstlerischen Schaffen sind dagegen nicht überliefert, wurden wahrscheinlich auch gar nicht von ihm verfasst. Krieger, schwerhörig seit seiner Kindheit, vertraute auf die Kraft seiner Bildwerke. Nicht das geschriebene oder das gesprochene Wort, sondern die Plastik war sein Metier.

Rehgeiss

Seine Tierfiguren sind anatomisch so korrekt wiedergegeben, dass selbst Studenten der Veterinärmedizin seine Greifvögel als Studienobjekte verstanden und Ornithologen, wie Zoodirektoren ins Schwärmen geraten, angesichts der genauen und gattungstypischen Wiedergabe von Körper und Gestus wie Habitus von Kriegers Affen, Vögeln, Nutz- und Haustieren.

Seine Werke fanden bereits ihren Weg in große Museen und Sammlungen und sicher wird auch Wilhelm Krieger in absehbarer Zeit seinen verdienten Platz in der Riege der großen deutschen Tierbildhauer wie August Gaul, Fritz Behn, Fritz Klee – um nur einige zu nennen – erhalten.