Der Auerochs – seine Ahnen und seine Nachkommen

Auerochs-Skelett

27. Juli bis 9. Oktober 2011

Er war das größte historische Landsäugetier Europas und Stammvater aller Hausrinderrassen. Kaum ein Tier hat ein derartig reges Bewusstsein und Interesse in breiten Bevölkerungsschichten hinterlassen, wie der Auerochs oder Ur.

Es war nicht nur die Jagd, die dieses herrliche Wildrind im Mittelalter an den Rand seiner Existenz brachte, vielmehr hat die sich zunehmend ausdehnende Kulturlandschaft dieses herrliche Tier aus den letzten Wildnisgebieten Mitteleuropas verdrängt.

Nachdem der Auerochs im 17. Jahrhundert ausgestorben war, wurde es lange Zeit still um diese urige Kreatur. Das Interesse wuchs erst im 19. und 20. Jahrhundert, parallel mit der Entstehung systematischer Naturwissenschaften und der Archäologie. Der Mythos Auerochs wurde neu belebt und inspiriert bis in unsere Zeit Wissenschaftler und Künstler.

Auerochsen

Die Brüder Heinz und Lutz Heck, beide Zoodirektoren in Berlin und München, hatten um 1920 die Vision, den ausgestorbenen Auerochsen zurück zu züchten. Sie starteten den Versuch durch Rückkreuzung verschiedener Rinderrassen, die ja alle vom Ur, den Auerochsen, abstammten, wieder zum Leben zu erwecken. Seither ist ein wahrer Boom ausgebrochen und die Begeisterung für den Auerochsen und seine Abbildzüchtung sowie deren Einsatz in der Landschaftspflege als Ersatz für den ausgestorbenen großen Pflanzenfresser ist ungebrochen.

Auerochs-Horn

Beginnend mit der Naturgeschichte, also dem Ursprung, Erscheinungsbild sowie Lebensraum und -weise des Auerochs gefolgt von seinem Mythos, der schon bei den Steinzeitvölkern und später bei den Römern, Kelten und Germanen herrschte, war der Auerochs auch als edle Jagdtrophäe geschätzt. Seine Hörner wurden mit Gold und Silber verziert und dienten bei prunkvollen Gastmählern als besondere Trinkgefäße. Präsentiert werden u. a. archäologische Funde wie Skelette und Schädel, die auf die ehemalige Erscheinungsform schließen lassen. Hinzukommen Darstellungen verschiedener Künstler und neueste Forschungsergebnisse.