FLEISCH!

Jäger, Fischer, Fallensteller in der Steinzeit

V E R L Ä N G E R T
bis Ende Januar 2016

Vom 11. November 2015 bis zum 10. Januar 2016 zeigt das Deutsche Jagd- und Fischereimuseum die Sonderausstellung "Fleisch! Jäger, Fischer, Fallensteller in der Steinzeit". Die Wanderausstellung aus dem Neanderthal Museum wird erstmalig in Bayern gezeigt.Fleisch gilt als Motor unserer Evolution. Unseren Vorfahren war es wichtiger Energielieferant für ein größer werdendes Gehirn. So war die Jagd über Jahrhunderttausende unverzichtbarer Bestandteil menschlichen Lebens. Das Neanderthal Museum konzipierte Fleisch! gemeinsam mit den bekannten Experimentalarchäologen Harm Paulsen und Ulrich Stodiek. Die Ausstellung verdeutlicht anhand von Rekonstruktionen und Modellen den technischen Erfindungsreichtum der steinzeitlichen Jäger, Fischer und Fallensteller. Die Nachbauten entstanden anhand von völkerkundlichen Vergleichen und Erkenntnissen aus der experimentellen Archäologie. Sie tragen durch ihre Anschaulichkeit zum Verständnis der Ausstellung bei, denn im archäologischen Befund ist meist nur wenig bis nichts an Waffen und Fallen erhalten.

Alle ausgestellten Waffen und Geräte sind funktionsfähige und originalgetreue Nachbildungen europäischer Funde von der frühen Altsteinzeit vor etwa 300.000 Jahren bis in die späte Jungsteinzeit vor etwa 4.000 Jahren.

Highlight der Ausstellung sind authentische Nachbildungen von archäologischen Sensationsfunden wie die ältesten Jagdwaffen, die Schöninger Speere oder die Lehringer Lanze, mit der Neanderthaler einen Waldelefanten getötet hatten. Viel später, nach der letzten Eiszeit, setzten sich Pfeil und Bogen als Jagdwaffen durch. Berühmtes und ältestes Mordopfer durch Pfeilschuss ist Ötzi. Die tödliche Pfeilspitze steckte noch in seinem linken Schulterblatt. Er selbst trug einen unfertigen Bogen und Pfeile mit sich.

Anpassungsfähigkeit an verschiedenste Nahrungsquellen ist das Erfolgsrezept der Menschen. Und so ersannen bereits die Neanderthaler Möglichkeiten, die fischreichen Flüsse, Seen und Meeresküsten zu nutzen. Aus dieser Zeit sind keine Fischfanggeräte erhalten, aber Reste von Fischmahlzeiten an den Lagerplätzen. Die ältesten bekannten Harpunen und Querangeln stammen vom Ende der letzten Eiszeit und sind etwa 15.000 Jahre alt. Viel jünger, mindestens 5000 Jahre alt, sind Fischzäune, Reusen und Netze, die in Dänemark ausgegraben wurden.

Wir bieten eine Führung durch die Ausstellung an. Buchbar auf Anfrage.