Mit Robinson und Winnetou in die Welt der Abenteuercomics

Hot Jerry

Begleitprogramm Comicfestival München (23.-26. Juni 2011)

Samstag, 25. Juni 2011: 11:00 Uhr - 12:00 Uhr
Helmut Nickel - Comickünstler und Wissenschaftler, Vortrag von Dr. René Mounajed und Reginald Rosenfeld

Samstag, 25. Juni 2011: 13:30 Uhr - 15:00 Uhr
Künstlergespräch mit Helmut Nickel, Moderation Gerhard Schlegel

Die Romanhelden von Daniel Defoe und Karl May sind Teil der Abenteuerwelt, die in den 1950/60er Jahren die Sehnsucht nach fernen Ländern und Exotik, nach unbezwingbaren Helden und Pionieren auf dem Weg in eine bessere Zukunft stillten.
Auch in den Comics von Helmut Nickel halfen sie dem tristen Alltag zu entfliehen.

Bis heute ragt sein Werk mit seiner hohen grafischen Qualität und seinem feinen Sinn für Humor aus dem Gros der Abenteuercomics heraus. In Kooperation mit dem Deutschen Jagd – und Fischereimuseum und im Rahmen des Comicfestivals München, unterstützt durch das Kulturreferat der LHS München, präsentieren die Kuratoren Detlef Lorenz und Ralf Palandt die Arbeiten des deutschen Comickünstlers rund um beliebte Abenteuerhelden, wobei Winnetou in Comic und Film besondere Beachtung findet.

3 Musketiere

Helmut Nickel (geb. 24. März 1924 Quohren/Dresden) war schon als Junge von Rittern und Tieren begeistert. In der Rüstkammer des Historischen Museums Dresden und im Dresdner Zoo fand er die Vorlagen für seine Zeichenübungen. Ein Besuch im Karl-May-Museum Radebeul steigerte seine Leidenschaft für Indianer.

Ab 1950 studierte Helmut Nickel an der Freien Universität Berlin Kunstgeschichte, Ethnologie und präkolumbianischen Archäologie. Nebenbei zeichnete er ab 1954 für den Gerstmayer Verlag die Serien Hot Jerry, Don Pedro, Die 3 Musketiere, Der Graf von Monte Christo, Titanus und Robinson. Dank seines Studiums gelang ihm eine einzigartig-authentische grafische Darstellung der Personen in ihrer Zeit bis hin zu den indigenen Völkern, die die Hel- den auf ihren Reisen treffen.

Tarzan

1958 erhielt Helmut Nickel die Doktorwürde. Für den Lehning Verlag entstanden Titelbilder für Tarzan-Hefte sowie die Serien Francis Drake und Peters seltsame Reisen. 1960 folgte Helmut Nickel dem Ruf des New Yorker Metropolitan Museums of Art und wurde Kurator der Abteilung Waffen und Rüstungen. Parallel zeichnete er bis 1964 die Abenteuer von Winnetou.

Helmut Nickels Comics wurden in meist kleinen Editionen nachgedruckt und einigen Aufsätzen gewürdigt, doch erst in jüngerer Zeit in gebührender Weise „wiederentdeckt“.

Auf dem Comicfestival München wird ihm der PENG!-Preis für sein Lebenswerk verliehen. Der Ausstellungsteil Hugh! Winnetou, geleitet von Gerhard Schlegel, zeigt Hommagen an Karl May und Helmut Nickel von nationalen und internationalen Comiczeichner- Innen (Katalog bei Edition 52). Zum Festival erscheint außerdem der Sammelband Peters seltsame Reisen (Salleck Publications).