Weihnachten im Deutschen Jagd- und Fischereimuseum

Italien und Bayern

„Italien und Bayern“ – die Krippenkunst der beiden Kulturkreise. Zu sehen sind Exponate, die typisch für die Krippenwelt Italiens sind, ebenso künstlerische Schöpfungen im bayerischen Alpenland.

Italien

Große Künstler Neapels wie Sammartino, Schettini, Vasallo und Celebrano, um nur einige zu nennen, schufen dort die Entwürfe. Ihre Vorgaben haben die figürlichen Darstellungen maßgeblich geprägt. Nicht nur für sich arbeitende Bildhauer und Kunsthandwerker waren damit beschäftigt, Krippenfiguren aus Holz, Terracotta oder Marmor zu fertigen, auch die königliche Porzellanmanufaktur Capo di Monte war daran beteiligt. König Karl III. und seine Gemahlin schätzten das heimische Krippenthema sehr und ließen sogar Textilmanufakturen anweisen, klein gemusterte Stoffe zum Bekleiden von Krippenfiguren zu weben.

Bleibt noch die Darstellung des italienischen Krippen Oéuvres zu nennen. Fröhliches, italienisches Straßenleben mit Handelsmarkt, Musikanten und Gauklerszenen umgaben das heilige Geschehen. Streunende Hunde und Katzen umschlichen die so genannten „Finimenti“ – das Angebot von Viktualien wie Gemüse, Obst, Fleisch, Fisch und Backwaren. Auch hier sind Beispiele in der Ausstellung zu sehen.

Bayern

Hier sind ebenfalls namhafte Künstler zu nennen. Ignatz Günther, Franz Xaver Schmädl, Wendelin Reiner, Andreas Barsam, Niklas von Haidhausen, die Familie Lang in Oberammergau – eine fast endlose Kette ließe sich anfügen. Bevorzugt dargestellt wurde die bäuerliche Bevölkerung des Alpenlandes in ihrer ländlichen Gewandung oder der Tracht ihres Gaues, sowohl geschnitzt wie textil bekleidet. Kostbar dargestellte Kirchen- und Klosterkrippen entstanden fast ausschließlich im Umfeld von geistlichen Häusern, in denen Paramente (Messkleider) gefertigt wurden.

Nicht wegzudenken aus dem bayerischen Krippenbild sind die orientalischen Vorstellungen und die nazarenischen Entwürfe, die – wie könnte es anders sein – ihren Ursprung in Italien hatten.

Ausstellungskonzeption:
Helmut O. J. Wagner und Heike F. Jass

Mit freundlicher Unterstützung der Holzbildhauerei Kreutz aus Gröbenzell