Die Entdeckung der Wildnis - vom 18. März bis 20. Juli

Die Entdeckung der Wildnis - Aldo Leopold und die Folgen

18. März - 20. Juli 2019

Schwarzweiß, gelbbraun oder im bonbonfarben Kodakchrome, die Fotos auf denen Aldo Leopold abgebildet ist, zeigen, dass er einer vergangenen Ära angehörte. Trotzdem gilt er als Vordenker, als Visionär des Naturschutzes, als einer gar, dessen wirkliche Bedeutung sich erst in Zukunft erweisen würde. „Wenn die Zeit Risse hat, dann ist Aldo Leopold durch einen hindurch gefallen“, so schrieb der Journalist Wallace Kaufmann 1991: „Noch immer gehört seine Stimme zu den weisesten in der Natur- und Umweltbewegung. 
Das deutsche Jagd- und Fischereimuseum widmet dem amerikanischen Forstwissenschaft­ler, Wildbiologen, Jäger und Schriftsteller eine umfangreiche Retrospektive, die durch aktuelle Bezüge zum Natur- und Artenschutz in Bayern und Deutschland ergänzt wird bis hin zu der Frage, wie können wir alle im Sinne Leopolds zur Rettung der Artenvielfalt beitragen. 
Zu seinem ersten Job als Forstinspektor beim US Forest Service in Arizona im Jahr 1909 reist Leopold noch in der Postkutsche an. Pioniergeist herrscht vor in jener Zeit, Naturschutz ist damals noch kein Thema. Die Erfahrung in der von Ranchern, Holzfällern und Goldgräbern übersetzten Landschaft wird für Leopold zum Zündfunken eines lebenslangen Engagements für Wildtiere und Wildnis. Auch eine dreimonatige Studienreise nach Deutschland im Jahr 1935 trägt zu diesem Engagement bei.   
Die Ausstellung: Entdeckung der Wildnis — Aldo Leopold und die Folgen läuft bis zum 20 Juli  und wird begleitet von einem Rahmenprogramm sowie Führungen durch den Kurator Till Meyer.
Eine Kooperationsausstellung mit dem Amerikahaus München, dem Bayerischen Umweltministerium und dem Bayerischen Jagdverband - vielen Dank für die Unterstützung


Besuchen Sie auch unsere Veranstaltungen und Diskussionsrunden. Das Begleitprogramm finden Sie hier.

Kuratorenführungen durch die Ausstellung mit Till Meyer:
14.06. 15:30 Uhr
24.06 15:30 Uhr

Die Führungen sind für Besucher des Museums kostenfrei. 


Nächste Veranstaltung:

07.05. - 19:00 Uhr: Wilderness – eine amerikanische Denkfigur
Amerikahaus
Barer Str. 2

Prof. i.R. Dr. Gerhard Trommer – J. W. Goethe-Universität Frankfurt/M
Vortrag und Diskussion
Mit der Gila Wilderness in New Mexico initiierte Aldo Leopold das weltweit erste offizielle, als Wildnis ausgewiesene Großschutzgebiet. Wie unterscheiden sich amerikanische Wildnisgebiete von ihren europäischen Pendants; und wie sieht es heute, 95 Jahre nach Leopold, in der Gila Wildnis aus? Infos hier.
 

15.05. - 19:00 Uhr: Vortrag mit Buchvorstellung - "Wolf, Luchs und Bär in der Kulturlandschaft"
Die Rückkehr von Wolf, Luchs und Bär in unsere Kulturlandschaft birgt jede Menge Konfliktstoff. Wie sollen wir mit den großen Beutegreifern umgehen?
Einst galten sie als Inbegriff der Wildnis. Doch Wölfe, Bären und Luchse fühlen sich auch in der Kulturlandschaft sehr wohl und breiten sich aus in Mitteleuropa. Die anpassungsfähige Tiere beunruhigen Landwirte, Jäger und Touristiker. Verluste bei Haustieren und manchmal auch Verhaltensänderungen bei Wildtieren sorgen für Verdruss. Wie soll die Gesellschaft auf die Zuwanderung der große Beutegreifer reagieren, welche Chancen und ergeben sich? Wie lassen sich Konflikte zwischen Landschaftsnutzern und Raubtieren vermeiden?
Der Referent Dr. Marco Heurich lehrt und forscht als außerordentlicher Professor am Lehrstuhl für Wildtier-Ökologie und Management in Freiburg und arbeitet als Wildtierökologe und Naturschutzbiologe im Nationalpark Bayerischer Wald. Als Herausgeber des neuerschienen Standartwerkes „Wolf, Bär und Luchs in der Kulturlandschaft“, wird er das Buch den Besuchern des Deutschen Jagd- und Fischereimuseum vorstellen und Fragen zu Verhalten, Verbreitung und Management der anpassungsfähigen Beutegreifer beantworten.
 Eintritt frei


16.05. - 19:00 Uhr: "Eine Philosophie der Wildnis"
Amerikahaus
Barer Str. 2

Dr. Christina Pinsdorf - Vortrag und Diskussion
Mit der Landethik setzte Aldo Leopold ein Zeichen zum ökologischen Umdenken in Amerika. Doch wie tragfähig ist dieses Naturverständnis heute?
Infos hier.