Willkommen im Deutschen Jagd- und Fischereimuseum München

Willkommen im Deutschen Jagd- und Fischereimuseum München. Wer in München vom Karlstor (Stachus) in Richtung Marienplatz geht, wird bestimmt nicht an den großen Tierplastiken eines Bronzekeilers und eines Welses – in Bayern Waller genannt – vorbeikommen, ohne nicht unwillkürlich einen Blick auf die hochragende Fassade der ehemaligen Augustinerkirche zu werfen. Die gotische Basilika in der Fußgängerzone ist die Heimstätte eines der schönsten Museen Deutschlands, dem Deutschen Jagd- und Fischereimuseum.

Neues aus dem Museum

Ab jetzt ist die Chronik des Museums in unserem Shop erhätlich: Die Geschichte des Deutschen Jagd- und Fischereimuseums - recherchiert und aufgearbeitet von Dr. Cornelia Oelwein.

Kurzfassung: 14,90 €
Quellengestützte Dokumentation - Langfassung: 59,00 €

Auf Wunsch senden wir Ihnen auch gern ein Exemplar zu.  Schreiben Sie uns einfach: info[at]jagd-fischerei-museum.de


Münchner Stiftungsfrühling im DJFM

Filmabend: 100 Jahre Heinz Sielmann - mit der Heinz Sielmann Stiftung
in diesem Jahr am 2. Juni  wäre der bekannte Naturfilmpionier Heinz Sielmann 100 Jahre alt geworden. Die Heinz Sielmann Stiftung würdigt unter dem Motto „100 Jahre Heinz Sielmann“ ihren Stiftungsgründer und sein Erbe mit einer Vielzahl von Veranstaltungen.
Am Sonntag, den 26. März, um 19 Uhr findet im Rahmen des Münchner Stiftungsfrühlings der Film- und Vortragsabend „Expeditionen ins Tierreich – Heinz Sielmann“ statt.

Michael Sutor ist begeistert von den Leistungen des 2006 verstorbenen Tierfilmers und beschäftigt sich mit seinem frühen Werk. Anhand kurzer Ausschnitte aus den frühen Filmen zeichnet Sutor eine Karriere nach, die Heinz Sielmann zu einer Ikone der Nachkriegsdeutschland macht. Ein beispielloser Aufstieg, der eng verwoben ist mit der frühen Geschichte von Kino und Fernsehen. Michael Sutor unterrichtet als Professor für Fernsehjournalismus an der Hochschule Hannover.
Anschließend: Ausschnitt aus dem ersten Kinofilm Heinz Sielmanns „Lied der Wildbahn“ und Gespräch mit dem renommierten Naturfilmer Jan Haft.
Bitte melden Sie sich bis 17.03.2017 bei Susanne Wunderlich an.
E-Mail:  susanne.wunderlich[at]sielmann-stiftung.de
Tel. 05527 914 416.

Führung "Die Bedeutung der Jagd"
Die Bedeutung der Jagd für den Menschen geht über den Wert als reine Nahrungsbeschaffung weit hinaus. Jagdwaffen und Ausrüstung sind nicht nur Werkzeuge, Jagdgemälde keine Bilder tatsächlicher Geschehnisse. Jagdgeräte spiegeln das kulturelle Schaffen des Menschen wider und zeigen uns, welche Bedeutung die Jagd hatte und welche Rolle sie im Leben der Menschen einnahm.
– Eine Führung mit Sven Riepe. Maximal 30 Teilnehmer. Anm. bis 23. März unter: 089/220522 oder info[at]jagd-fischerei-museum.de
FÜHRUNG am 27. März 2017: 14-14.45 Uhr
Hier gibts mehr über den MSF

Öffnungszeiten

Täglich (Montag bis Sonntag) von 9.30 Uhr bis 17 Uhr, letzter Einlass 16:15 Uhr.
Donnerstag Abendöffnung bis 21 Uhr, letzter Einlass 20:15 Uhr.

An Feiertagen keine Abendöffnung.

Faschingsdienstag, Heiligabend und Silvester geschlossen.

Video: Besuch im Jagd- und Fischereimuseum

Eintrittspreise

Erwachsene: 5,00 €
Ermäßigt: 4,00 €
Kinder (3 - 16 Jahre): 2,50 €
Familienkarte (nur in Kombination mit Kindern): 8,00 €
Gruppen (ab 9 Personen; 2 Schulklassenbegleiter frei): 2,50 €

Geschichte des Museums kurzgefasst

Die Ursprünge des Jagdmuseums lassen sich bis in die Zeit um 1900 zurückverfolgen – einer Phase, in der museale Projekte Konjunktur hatten und Deutschland zahlreiche historisch und naturkundlich ausgerichtete Museumsgründungen erlebte. Bei Jägern, Forstbeamten und Verbandsfunktionären fand die Idee eines deutschen Jagdmuseums großen Beifall. Die Verwirklichung des ambitionierten Vorhabens kam dennoch nur zögerlich in Bewegung. Über museale Ausrichtung und Profil des geplanten Hauses konnte lange Zeit ebenso wenig Konsens herbeigeführt werden, wie über Fragen der Trägerschaft in einem föderal strukturierten Deutschland und über die Finanzierung.

Durch die nationalsozialistische Machtübernahme 1933 konnte ein Großteil der Schwierigkeiten, die das Vorhaben bislang blockiert hatten, ausgeräumt werden. Im Zuge der Gleichschaltung von Vereinen und Verbänden wurde auch die Jagd in den Dienst der ideologisch-popagandistischen Inszenierungen des Regimes gestellt. Es waren vor allem zwei machtbewusste Akteure, die die Jagd – und damit auch das Thema Jagdmuseum – zu ihrem persönlichen Anliegen erklärten: Reichstagspräsident Hermann Göring, der zweitmächtigste Mann im NS-Staat, und Christian Weber, ein Duzfreund Hitlers, der systematisch wichtige Schaltstellen der Münchner Stadtpolitik an sich gerissen hatte.

Da sich Weber neben prominenten Förderern aus Politik, Wirtschaft und Jagd auch die Zustimmung Adolf Hitlers gesichert hatte, geriet Göring mit seinen Plänen ins Hintertreffen. Im Jahr 1934 konnte in München mit Unterstützung des einflussreichen NSDAP Schatzmeisters Franz Xaver Schwarz der Erwerb der weltbekannten Geweihsammlung des Grafen Arco realisiert und der Grundstock für das künftige Jagdmuseum gelegt werden. Gegen den erbitterten Widerstand des „Reichsjägermeisters“ Göring wurde in München noch im selben Jahr der Verein Deutsches Jagdmuseum gegründet. Das Personaltableau von Vorstand und Verwaltungsrat liest sich wie ein who is who der nationalsozialistischen Partei-Elite und unterstreicht, welche Bedeutung dem Thema Jagd seitens des Regimes eingeräumt wurde. Neben Weber, dem Münchner Oberbürgermeister Karl Fiehler und dem NS-affinen Bankier August von Finck bildete eine illustre NS-Nomenklatur den engeren Führungszirkel, darunter Adolf Wagner (Gauleiter München Oberbayern), Hans Frank (bayerischer Justizminister), Hermann Esser (stellvertretender Reichstagspräsident), Hinrich Lohse (Gauleiter Schleswig-Holstein) und Martin Mutschmann (Gauleiter Sachsen). 

Nach langer Standortsuche konnte das neue Jagdmuseum am 16. Oktober 1938 im Nordflügel des Schlosses Nymphenburg eröffnet werden. Höhepunkt der aufwändigen Einweihungsfeier war ein großer Umzug unter dem Motto „1000 Jahre Jagd und 1000 Jahre Tracht“, bei dem sich die regionale NS-Führung im Schulterschluss mit Jagdfunktionären inszenierte. Umrahmt wurde das Spektakel von einer klug orchestrierten Medienberichterstattung. Einmal mehr präsentierte sich München als Bühne für großspurige nationalsozialistische Selbstdarstellungen und als Kulisse für den schönen Schein des Regimes. Nur drei Wochen später zeigte die „Hauptstadt der Bewegung“ jedoch ihr wahres, ihr bösartiges Gesicht: Mit den Pogromen der „Reichskristallnacht“ und den mörderischen Aktionen gegen die jüdischen Deutschen wurde im November 1938 das Tor nach Auschwitz aufgestoßen.

Nach dem Krieg war die Zukunft des Museums lange unklar. Auf Initiative und durch den massiven Einsatz des damaligen SPD-Oberbürgermeisters Thomas Wimmer konstituierte sich der Verein Deutsches Jagdmuseum 1949 neu. Wimmer wurde 1. Vorsitzender des Vereins und erreichte schließlich 1960 die Umwandlung des Vereins in die Stiftung Deutsches Jagdmuseum. Die Stifter des Museums sind heute der Freistaat Bayern, die Landeshauptstadt München, der Deutsche Jagdschutzverband, der Deutsche Angelfischerverband, der Bayerische Jagdverband und der Landesfischereiverband Bayern. Am 3. November, am Hubertustag, des Jahres 1966 wurde schließlich das neue Museum in der ehemaligen, 1803 profanierten, Augustinerkirche mitten im Herzen Münchens mit einer Ansprache von Oberbürgermeister Hans-Jochen Vogel eröffnet. Heute werden im Museum auf ca. 3000 m² herausragende Zeugnisse der Jagd- und Fischereikultur von der Steinzeit bis in die Gegenwart gezeigt. Interaktive Medien erlauben dem Besucher spielerisch einen Einblick in das Waidwerk und den Fischfang.

Das Fundament der Sammlung bilden fast 1000 präparierte Tiere (Fische, Vögel und Haarwild). Hinzu kommen Schädel und biologische Präparate. Überragende Bedeutung haben die Gemälde, Handzeichnungen und Grafiken, die Sammlung von Gläsern und Porzellan mit vielfältigen Jagd- und Tiermotiven. Reichhaltig ist die Sammlung der Jagdwaffen mit kunstvollen Gravierungen, Intarsien und figürlichen Reliefs. Im Jahr 1982 wurde das Museum um die erste Süßwasserfischereiabteilung im deutschsprachigen Raum erweitert und trägt seitdem den Namen Deutsches Jagd- und Fischereimuseum.

Mit Sonderschauen unter dem damaligen Motto „Der Kultur auf der Spur“ und „Der Natur auf der Spur“ begann das Museum den Bogen von Jagd und Fischerei hin zu Umwelt- und Naturschutz zu schlagen.

Das Museum hat inzwischen zwei Publikationen veröffentlicht, die sich ausführlich mit der Gründungsgeschichte und der Rolle des Museums in der NS-Zeit beschäftigen. Auch im Rahmen der Ausstellung soll künftig verantwortungsvoll und selbstkritisch die eigene Geschichte gezeigt werden. Derzeit entsteht ein Konzept, das den aktuellen Forschungsstand zu „Jagdgeschichte“ und „Nationalsozialismus“ aufgreift und unter dem Leitmotiv „Jagd – Macht – Verantwortung“ einen neuen Blick auf ein lange vernachlässigtes Themenfeld ermöglichen wird. 

Die Museumsleitung und der Stiftungsvorstand lehnen jegliches rechtes Gedankengut ab. Daher und aufgrund der Geschichte des Hauses, ist das Museum seit 2013 auch Mitglied der Initiative „Kunst und Kultur für Respekt – Münchner Kunst- und Kulturschaffende gegen Rassismus, Rechtsextremismus und Rechtspopulismus“.